Gribs-Konzept

Konzept mit Gribs

Das Konzept

1 Das Konzept

1.1 Grundidee (Vollbeschäftigung ohne finanzielle Einbußen)

Sowohl die Arbeits- als auch die Freizeit soll gerechter verteilt werden. Arbeit ist für die meisten Menschen unserer Gesellschaft der Schlüssel am Gesamtwohlstand (dazu zählt auch die gesellschaftliche Anerkennung) teilnehmen zu dürfen. Bei den folgenden Rechnungen handelt es sich um Modellrechnungen, die aber absolut realistische Hintergründe haben. Die Zahlen mit dem "%"-Zeichen sind die zur Zeit (September 2005) gültigen Beitragssätze zu den Sozialversicherungen. In den beiden Spalten "Heute" sind dem entsprechend die heutigen Verhältnisse wiedergegeben. In den beiden Spalten "Künftig" sind die Verhältnisse angegeben, wie es bei Vollbeschäftigung durch gerechtere Verteilung der Arbeit aussehen würde. (Das in der Überschrift angekündigte "ohne finanzielle Einbußen" bezieht sich auf das gesamte Konzept, also nicht nur auf die Rechnungen. Diese stellen eine "nackte" Berechnung einer gerechteren Verteilung von Arbeits- und Freizeit allein zu Lasten der Arbeitnehmer dar)

1.2 Arbeitnehmersicht

Schematischer Aufbau einer Lohnabrechnung pro Monat, wobei ich aus Vereinfachungsgründen von einem Bruttogehalt von heute 1000 Euro ausgehe (sollten Sie also z.B. 2500 Euro Bruttoverdienst haben, müssen Sie alle Beträge mit 2,5 multiplizieren) - Überprüfen Sie doch mal Ihre Gehaltsabrechnung!:

 
%
Heute
%
Künftig
Diff.
Wochenarbeitszeit:
40 Std.
34,8 Std
- 5,2 Std.
Bruttolohn:
1 000,00
894,73
- 105,27
AN-Anteil Arbeitslosenv. (hälftig)
6,5*)
-32,50
0,70*)
-3,14
+ 29,36
AN-Anteil Rentenv. (hälftig)
19,5*)
-97,50
18,96*)
-84,83
+ 12,67
AN-Anteil Krankenv. (hälftig + 0,45% seit 1. Juli 2005)
14,0
-74,50
13,61
-64,91
+ 9,59
Steuern (voll)
10,0
-100,00
9,72
-86,97
+ 13,03

Nettolohn:

695,50

654,88

- 40,62

*) Die Beitragsbemessungsgrenzen sind aus Vereinfachungsgründen nicht berücksichtigt

Fazit: Der Arbeitnehmer arbeitet künftig über fünf Stunden weniger (oder hat bspw. 30 Tage mehr Urlaub), bekommt dafür 40,62 Euro pro 1000 Euro Bruttolohn weniger auf sein Konto überwiesen.

1.3 Arbeitgebersicht

Modellhafter Aufbau der Personalkostenrechnung eines Betriebes mit 100 Arbeitnehmern, wie in 1.2 dargestellt (die vom Arbeitgeber alleine zu bezahlende Unfallversicherung wurde nicht mit einbezogen - s. Punkt 3.2.g)

 
%
Heute
%
Künftig
Diff.
Anzahl Beschäftigte:
100
115
+ 15
Wochenarbeitszeit (in Stunden):
4 000
4 002
+ 2
Bruttolohn (pro Beschäftigtem):
1 000,00
894,73
- 105,27

Bruttolohn (gesamt):

100 000,00

102 893,95

+ 2 893,95

AG-Anteil Arbeitslosenv. (hälftig):
6,5*)
3 250,00
0,70*)
361,10
- 2 888,90
AG-Anteil Rentenv. (hälftig):
19,5*)
9 750,00
18,96*)
9 755,45
+ 5,45
AG-Anteil Krankenv. (hälftig abzüglich 0,45%):
14,0
6 550,00
13,61
6 538,91
- 11,09
Gesamt-Personalaufwand:
119 550,00

119 549,41

- 0,59

*) Die Beitragsbemessungsgrenzen sind aus Vereinfachungsgründen nicht berücksichtigt

Fazit: Der Gesamt-Personalaufwand des Arbeitgebers bleibt gleich (er spart 59 Cents) und statt 4 000 erhält er 4 002 Stunden Wochenarbeitszeitleistung. (keine finanzielle Einbuße )

1.4 Arbeitslosensicht

In unserer Modellrechnung gehe ich davon aus, dass heute für die 26,524 Mio. Arbeitnehmer in Deutschland jeweils 65 Euro in die Arbeitslosenversicherung gezahlt werden (nämlich 32,50 vom Arbeitgeber und vom Arbeitnehmer auch jeweils 32,50 Euro). Der Gesamtbetrag von 1,72 Mrd. Euro kommt in irgend einer Form den derzeit 4,65 Mio. Arbeitslosen zu Gute, umgerechnet heißt das pro Arbeitslosen 370,77 Euro.
Künftig werden für 30,674 Mio. Arbeitnehmer jeweils 6,28 Euro (3,14 Euro x 2) abgeführt - zusammen also 0,193 Mrd. Euro -, was bedeutet, dass hier jedem der künftig zu erwartenden 500 000 Arbeitslosen 385,27 Euro in irgend einer Form zu Gute kommen könnten.

Fazit: Dem Arbeitslosen würden 14,50 Euro mehr (370,77 minus 385,27) zu Gute kommen. (ebenfalls keine finanzielle Einbuße)

1.5 Sicht Finanzamt & Sozialversicherungen

 
%
Heute
%
Künftig
Diff.
Anzahl Einzahler:
100
115
+ 15
Finanzamt:
10,0
10 000,00
9,72
10 001,29
+ 1,29
Arbeitslosenversicherung:
6,5
6 500,00
0,70
720,26
- 5 779,74
Rentenversicherung:
19,5
19 500,00
18,96
19 508,69
+ 8,69
Krankenversicherung:
14,0
14 000,00
13,61
14 003,87
+ 3,87

Fazit: Außer bei der Arbeitslosenversicherung bleiben die Einkünfte
gleich, bzw. steigen leicht an.
(Abweichung: Die Übersicht dient lediglich zur Verdeutlichung. Das Finanzamt müsste bei den Arbeitnehmern, deren durchschnittlicher Steuersatz unter 41,3% liegt, einen Ausgleich zahlen, den es sich bei den über 41,3% liegenden zurückholen könnte. - Vgl. hierzu 3.6.d)

1.6 Volkswirtschaftliche Daten (heute = Stand September 2005)

 
Heute
Künftig
Anzahl beschäftigte Arbeitnehmer:
37 267 985
37 267 982
darin enth. Beamte & Selbständige:
6 094 000
6 094 000
Sozialversicherungspflichtige AN:
26 523 982
30 673 982
Arbeitslosenzahl:
4 650 000
500 000
Arbeitslosenquote:
11,1%*)
1,3%
Beitragssatz zur Arbeitslosenvers.
6,5%*)
0,70%*)
Beitragssatz zur Rentenvers.
19,5%
18,96%*)
Beitragssatz zur Krankenv. (Durchschn.)
14,0%
13,61%
Steuern (geschätzt., s. 3.6.d))
10,0%
9,72%

*) Die Beitragsbemessungsgrenzen sind aus Vereinfachungsgründen nicht berücksichtigt

1.7Gesamtübersicht

Excel-Kalkulation

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